Die Mädchen und Jungen waren in den vergangenen
Wochen im SOS-Kinderdorf Santo bei Port-au-Prince betreut worden.
Ende Januar, zweieinhalb Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in
Haiti, versuchten zehn US-Amerikaner die Kinder unter dubiosen
Umständen außer Landes zu bringen. An der Grenze zur benachbarten
Dominikanischen Republik wurden sie von der haitianischen Polizei
verhaftet, da sie keine gültigen Dokumente für die Kinder vorweisen
konnten. Die 33 Mädchen und Jungen wurden von den haitianischen
Behörden in die vorübergehende Obhut des SOS-Kinderdorfs Santo
übergeben.
Während ihre Aufenthalts im SOS-Kinderdorf wohnten die Mädchen und
Jungen bei SOS-Familien. Die Kinder wurden medizinisch versorgt und
von Psychologen und Sozialarbeitern betreut. Nachdem sich die
Angehörigen der Kinder ermitteln ließen, hat die zuständige
haitianische Behörde IBERS (Institut du Bien Etre Sociale et De
Recherches) die Mädchen und Jungen gestern wieder mit ihren Familien
zusammengeführt.
"Es hat sich herausgestellt, dass alle 33 Kinder Eltern haben",
sagt Celigny Darius, Direktor der SOS-Kinderdörfer in Haiti. "Armut
und Not darf kein Grund sein, dass Kinder von ihren Eltern getrennt
werden. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen daher voll und ganz die
Entscheidung der haitianischen Behörde, die Kinder wieder mit ihren
Familien zu vereinen."
Eines der Kinder, der neunjährige Michael, sagte beim Abschied:
"Ich habe hier viele gute Freunde gefunden und es hat mir Spaß
gemacht, mit den anderen Kindern Fußball zu spielen. Aber ich
vermisse meine Mutter und ich freue mich, dass ich jetzt wieder nach
Hause kann." Die Familien der Kinder sollen durch IBERS Unterstützung
erhalten. Falls erforderlich, können sie auch in das
Familienhilfe-Programm der SOS-Kinderdörfer aufgenommen werden.
Nach dem verheerenden Erdbeben, das Haiti am 12. Januar erschütterte,
haben die SOS-Kinderdörfer umfangreiche Hilfsaktionen gestartet. In
Zusammenarbeit mit Selbsthilfe-Komitees aus den örtlichen Gemeinden
stellen SOS-Mitarbeiter die tägliche Grundversorgung für derzeit
12.500 Kinder und deren Familien sicher. Im SOS-Kinderdorf Santo
haben über 400 unbegleitete Kinder Schutz und Betreuung gefunden, von
denen bislang 65 wieder mit ihren Angehörigen vereint werden konnten.
Darüber hinaus werden die SOS-Kinderdörfer in Haiti Familien und
Gemeinden beim Wiederaufbau unterstützen.
SOS-Kinderdörfer weltweit / so